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17.5. | Living Library zum IDAHOBIT 2024

Am 17. Mai 2024 setzt Wuppertal ein deutliches Zeichen gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit.

Eine Aktion der Aidshilfe Wuppertal e.V., SCHLAU Wuppertal e.V., Inside:Out e.V. und dem autonomen Queer*Referat der Bergischen Universität Wuppertal.

Angesichts einer beunruhigenden Zunahme queerfeindlicher
Einstellungen, untermauert durch Ergebnisse wie aus der HAY Studie 2023 – in der erschreckende 93,9% der befragten Jugendlichen Diskriminierungserfahrungen berichteten –, antwortet die Stadt mit einem kraftvollen Programm zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT).

Ab 12 Uhr rollt der mobile Bollerwagen-Informationsstand durch die Stadt, von Wichlinghausen entlang der Nordbahntrasse bis hin zu Utopiastadt, begleitet von Aktivist*innen und unterstützt von lokalen queeren Initiativen, die ihre wichtige Arbeit vorstellen.

Der Höhepunkt des Tages ist die »Living Library« in Utopiastadt ab 15 Uhr.

Diese lädt dazu ein, Menschen – statt Bücher – ‚auszuleihen‘ und in persönlichen Gesprächen mehr über die Vielfalt der queeren Community zu erfahren. Durch diesen direkten Austausch wollen wir Vorurteile abbauen und ein tieferes Verständnis für die vielfältigen Lebenswege innerhalb der queeren Gemeinschaft schaffen.

Alle sind von Herzen eingeladen, sich an diesem besonderen Tag zu beteiligen, um gemeinsam ein Zeichen für Toleranz, Vielfalt und gegen Diskriminierung zu setzen.

Wir feiern gemeinsam die Vielfalt des queeren Lebens in Wuppertal!

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Neuigkeiten

1,5°C in der Zange – 1,5°C mit der Zange

» … dies ist der Titel eines Projektes, welches das Gymnasium Sedanstraßefür den gesamten Jahrgang der Einführungsphase (erster Oberstufenjahrgang) in den nächsten Wochen als außerschulisches Projekt im Rahmen der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung und der Studien-und Berufsorientierung anbietet!

Im Zusammenhang mit der uns allen präsenten Klimaveränderungen und der für uns alle darin liegenden Verantwortung Ideen zur Eindämmung der Veränderungen zu entwickeln und zu handeln, sind auch Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung aktiv.

Durch Kurs 21 e.V., einem Netzwerk von Unternehmen und Schulen im Bergischen, zertifiziert als Partner der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE), haben wir mit der Firma KNIPEX aus Cronenberg einen Partner gefunden, ein gemeinsames Projekt rund um nachhaltige Prozess-und Produktorientierung im Unternehmen, sowie der Berufs-und Studienorientierung durchzuführen.

Ziel ist es, dass in der praktischen Zusammenarbeit von Auszubildenden und Schülerinnen und Schülern Aspekte der nachhaltigen Ausrichtung und entsprechenden Fragestellungen eines Unternehmens, so wieBerufsbilderund Studienrichtungen sichtbar werden.

Den zentralen Gedanken des Projektes bilden vier praktische Transformationsworkshops, die als zweitägige Werkstattprojekte erteilt werden:

Werkstatt I:
Bau eines Aufsatzes für die Schulhof-Abfalleimer in Form eines Basketballkorbs

Werkstatt II:
Bau eines »Gerüstes« mit Pumpe und Einsatz für Salate zum Vertikal Farming auf dem Schulgelände

Werkstatt III:
Upcycling von Zangen zu Kunstwerken – Zusammenarbeit mit der Eventschiede Bauer Brandes in Solingen

Werkstatt IV:
Redaktionswerkstatt des Projektes; Texte, Interviews im Unternehmen, Foto-, Film-Dokumentation der Projekte, Planung der Abschlussveranstaltung – Zusammenarbeit mit Utopiastadt

Alle Werkstattkurse umkreisen Dimensionen der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung, ob die alternative Produktion von Nahrungsmitteln, die motivierende Einrichtung zum Entsorgen des Mülls, Upcycling von Werkstoffen/Werkzeugen oder auch das Erlernen von Formaten gesellschaftlichen Engagements.
Die Werkstätten I und II werden bei KNIPEXvon Auszubildenden geleitet. Werkstatt III und IV werden auch von den Partnern Eventschiede in Solingen Bauer Brandes, bzw. von Utopiastadt begleitet.

Der Ablauf des Projektes umfasst folgende Termine:

Freitag, den 02.02.2024; 09.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Auftaktveranstaltung bei KNIPEX
Begrüßung durch KNIPEX und die Schule
Einführung in das Thema durch Herrn Prof. Hennicke vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie
Betriebsrundgang
Wahlweise: Berufsfelderkundung mit NEST BildungsBar, oder Biodiversitätsrundgang, oder Zangenschulung

Donnerstag, den 22.02.2024 und Freitag, den 24.02.2024
Werkstatttage (s. oben)
Werkstatt I, II und III finden in den Räumen und Werkstätten bei KNIPEX statt.
Werkstatt III, das Kunstprojekt, wird in den Räumen Bauer Brandes, Solingen Eventschmiede stattfinden.
Werkstatt IV am 22.02. in Utopiastadt, am 23.02. bei Knipex;
Freitag, 16. April 2024 Abschlussveranstaltung 09.30 Uhr bis 14.00 Uhr in den Räumen von Utopiastadt
Präsentationen der Produkte, Dokumentation, Podiumsdiskussion«

Pressemeldung des städtischen Gymnasiums Sedansstraße.
Kontakt: gym.sedanstrasse@stadt.wuppertal.de
https://gymnasium-sedanstrasse.net

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Logbuch

Ehrenamt und Demokratie

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von David J. Becher:

LOGBUCHEINTRAG 0.46

Es grünt so grün, wenn Wodebuen! Wenn was? Na, Wodebuen! Die Woche des bürgerschaftlichen Engagements. Das Zentrum für gute Taten ruft, und ganz Wuppertal präsentiert an allen Ecken und Enden, wo es Engagement gibt und wo man sich engagieren kann. Gleichzeitig lese ich täglich auf Twitter (oder halt jetzt ‚X‘), dass die Gesellschaft auseinander driftet, niemand mehr das sagen oder machen darf, was sie oder er will und das überhaupt die Demokratie mindestens kaputt, vielleicht sogar am Ende sei. 

Ich sehe da einen Zusammenhang: Wenn ich zur Utopiastadt rüber gehe, treffe ich dort stets auf Leute, die sehr anders drauf sind, als ich. Die sehr anders mit Dingen umgehen, als ich. Die teilweise sehr andere Meinungen haben – und mit denen ich vermutlich außerhalb von Utopiastadt kaum mehr als ein höfliches »Guten Tag« gewechselt hätte. Und weil wir hier in der Kolumne ja unter uns sind, gehe ich noch einen Schritt weiter und verrate Euch (bitte sagt’s nicht weiter!): Da sind gelegentlich sogar Menschen bei, die ich irgendwie doof finde und deren Meinung ich für, gelinde gesagt, höchst zweifelhaft halte. Wenn ich solchen Meinungen auf Twitter begegne, bin ich schnell auf Widerstand gebürstet.

Aber hier, hier vor Ort, treffen wir uns ja nicht nur von Angesicht zu Angesicht, hier treffen wir uns vor allem bei Tätigkeiten, die der Allgemeinheit zu Gute kommen. Wir sanieren Räume für alle, wir besorgen Flächen für alle, wir organisieren Reparaturcafés oder Quartierskonferenzen für alle – und ganz neu gibt es im Hutmacher einen Bücherschrank für alle. Immer stecken da verschiedene Menschen, manchmal auch nur Einzelne dahinter, die sich mit Engagement, Herzblut und ziemlicher Vehemenz dafür einsetzen, dass das Quartier für alle etwas besser wird. Also finde ich jede und jeden von denen erstmal gut, nett, richtig und wichtig. Selbst, wenn sie Sachen sagen, die ich für verkehrt halte. Oder eine vollkommen andere Meinung vertreten, als ich. Auf Twitter würde ich nur diese Meinung lesen. Im gemeinsamen Engagement kriege ich ihre Haltung mit. Und sie meine. Eine viel bessere Grundlage, um dann über Meinungen zu diskutieren, meinetwegen auch zu streiten. Schließlich gehört zur lebendigen Demokratie auch der Streit über verschiedene Meinungen. Aber um das vernünftig zu üben, müssen wir Orte haben, an denen wir uns außerhalb unserer Freundeskreise und Schrebergärten und Stammtische begegnen können. Und zwar aktiv begegnen: Mit Tat und mit gegenseitigem Rat. Indem wir zum Beispiel Fenster sanieren und uns jemand sagt, wie das geht. Oder Fahrräder verleihen und dabei mit Hinz und Kunz ins Gespräch kommen. Oder beim Reparieren einer Hose im Nähtreff über die FDP diskutieren. Denn ich bin feste davon überzeugt: Wenn wir die Demokratie sichern wollen, dann geht das am Besten an Orten, wo wir privat sehr anderen Menschen begegnen. Und dabei irgendetwas produktives tun. Kurz: Die Demokratie retten wir am besten beim gemeinsamen Unkraut jäten. Utopiastadt ist ein Ort dafür.


Erstveröffentlicht am 14.09.2023 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/logbucheintrag-046-ueber-ganz-unterschiedliche-menschen-die-in-der-utopiastadt-aufeinandertreffen_aid-97651231

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Logbuch

we need you!

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Amanda Steinborn:

Logbucheintrag 0.44

Sommer! Zeit durchzuatmen und den Blick schweifen zu lassen. Die Wuppertaler:innen genießen das Wetter gerne unter freien Himmel, es treibt sie auf die Trasse und viele landen hier am alten Bahnhof auf dem Utopiastadt Campus. Wir freuen uns über so viel Besuch. Allein – auch viele Utopist:innen machen Sommerpause und es mangelt an helfenden Händen. Egal ob im Garten, bei der Instandsetzung und Bespielung der Flächen, dem Umzug von Lagerflächen, in der Werkstatt, im Siebdruck oder dem Nähtreff … – zu tun gibt es eigentlich immer etwas.

Die Utopiastadt-Familie ist groß, braucht aber Zuwachs und frischen Wind. Außer der Gastro werden alle Angebot, die den Aufenthalt bei uns so abwechslungsreich gestalten, ehrenamtlich gestemmt. Um diese weiter für Euch offen zu halten, brauchen wir Euch, und zwar ganz konkret:

Wie wäre es denn zum Beispiel mit Deiner Mithilfe beim kostenlosen Radverleih? Hier könnt Ihr, alleine oder gemeinsam, gemütlich vor dem Verleihcontainer sitzen, Räder ausgeben, jede Menge verschiedene Menschen kennenlernen und dabei die Trasse genau im Blick haben. Unser Chefverleiher Jürgen steht Dir mit seiner grenzenlosen Freundlichkeit zur Seite. Melde Dich doch bei rad@utopiastadt.eu

Keine Lust auf Räder, aber auf Menschen, auf Erzählen und darauf, hin und wieder was zu verkaufen? Dann können wir Deine Unterstützung sehr gut im Info/Shop gebrauchen. Mindestens einmal im Monat (jeweils am ersten Sonntag zur Mirker Matinée) öffnen wir den Info-Container, erzählen über Utopiastadt, sammeln Quadratmeter-Spenden und verkaufen T-Shirts. Wenn Du Lust hast, dabei mitzumachen, hol Dir alle Infos dazu unter: kontakt@verein.utopiastadt.eu

Oder doch lieber etwas handfester? Sowohl der Bahnhof als auch die ehemalige Gepäckabfertigung nebenan werden von uns kräftig (mit-)saniert. Weitere Hände sind dabei nicht nur willkommen, wir brauchen sie dringend! Komm zum Workout einfach jeden Samstag um 11 Uhr vorbei, egal ob mit oder ohne Vorkenntnissen. Nur Lust auf körperliche Arbeit und Kleidung, die auch dreckig werden solltest Du mitbringen. Alles weitere stellen wir.

Neben Laien sind auch viele Fachkräfte engagierte Utopist:innen. Im Moment brauchen wir besonders Menschen aus dem Bereich Elektrotechnik, die Lust haben, uns ehrenamtlich mit Wissen und Tat zu unterstützen: sanierung@utopiastadt.eu

Handwerk ist nicht so Deins, aber Du würdest trotzdem gerne die Sanierung unterstützen? An den Samstagen werden die Workout-Helfer:innen auch verköstigt, mit Brötchen und einem gemeinsamen Abschlussessen. Wir freuen uns über Menschen, die bei der Verpflegung mithelfen mögen.

Nichts dabei für Dich, aber Du hast eigene Ideen? Du möchtest zum Beispiel einen Eltern-Kind Treff an der Sandfläche initiieren? Einen Rezepte-Austausch am Foodsharing-Treffpunkt machen? Oder Gabelstapler-Führerschein-Kurse anbieten (allerdings müsstest Du dafür einen Gabelstapler organisieren …)?
Wir sind immer offen für Dich, melde Dich einfach unter kontakt@verein.utopiastadt.eu
Bis bald!


Erstveröffentlicht am 13.07.2023 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/die-utopiastadt-familie-braucht-zuwachs-und-frischen-wind_aid-93725881

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Logbuch

365 Tage der offenen Tür

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von David J. Becher:

Logbucheintrag 0.41

Am ersten April gab es in Utopiastadt einen »Tag der offenen Tür«. Ich selber war zum größten Teil der Vorbereitungen beruflich sehr eingespannt und daher nur ganz am Rande beteiligt. So überraschte mich zunächst die Entscheidung, das Zusammentreffen und Vorstellen vieler Projekte und Initiativen in Utopiastadt tatsächlich einfach »Tag der offenen Tür« zu nennen. Schließlich ist Utopiastadt als andauernder Gesellschaftskongress eine grundsätzlich offene Einrichtung und jeder Tag ein Tag der offenen Tür. Doch genau das einmal besonders hervorzuheben, war eine rundherum richtige Entscheidung. 

Als der Wetterbericht von Tag zu Tag deutlicher machte, dass wir uns dabei auf einen vollkommen verregneten Samstag einstellen müssen, wurden die Gesichter lang und länger. Schließlich sagt die Erfahrung, dass das ‚mal  schauen, was die da so machen‘-Publikum meist auch ein Schönwetterpublikum ist. Also begann ich mich mental darauf einzustellen, mich schlicht darüber zu freuen, dass so viele Utopist:innen gleichzeitig vor Ort sind. (Das hat sich nach den vielen Pandemie-Einschränkung so nachhaltig zerstreut, dass es längst nicht mehr so automatisch passiert, wie bis Anfang 2020.) Und das wir so gemütlich Gelegenheit haben, uns einen Tag einfach ohne weitere Arbeitsagenda zu treffen. 

Und dann kamen Leute. Das öffentliche Coforschungs-Kolloquium im Hauptgebäude war voll besucht und zeigte,  dass akademisch anspruchsvolle Forschung keinesfalls unverständlich für Menschen ohne Hochschulbildung diskutiert werden muss. In den frisch nutzungsgenehmigten Räumen in der Baustelle des Nebengebäudes startete der /dev/tal e.V. das Elektroreparaturcafé neu, es gab den Nähtreff sowie Infos zur Entwicklung von Siebdruckwerkstatt oder Fotolabor für alle. Am Container der Mirker Schrauba wurden unter Pavillons Fahrräder repariert und die Führungen durch die Gebäude waren allesamt ausgebucht. Und mit Regenschirmen und -jacken kam sogar die Führung über die Flächen des Utopiastadt-Campus zustande.

Offenbar besteht also beides: Reges Interesse an den Vorgängen in Utopiastadt und eine gewisse Hürde, diesem Interesse nachzugehen – es sei denn, es gibt die explizite Einladung dazu. Die möchte ich an dieser Stelle gerne noch einmal ganz deutlich aussprechen: Kommt vorbei! Wir sind offen! Natürlich wissen wir, dass es seltsam sein kann, einfach montagmittags in der Coworking-Etage oder der Sanierungswerkstatt zu stehen und zu fragen, was gerade so läuft. Deswegen haben wir ganz viele offene Termine für Euch: Den Utopiastadt-Jour fixe für den regelmäßigen Austausch über alles, was konkret vor Ort läuft. Das Forum:Mirke gemeinsam mit anderen Quartiersgestalter:innen. Die Mirker Matineé mit Nähtreff und den Reparaturcafés. Den Radverleih, die Gartengruppe, den wöchentlichen Sanierungs-Workout undundund – alle sind offen für engagierte Mitstreiter:innen ebenso wie für interessierte Nutzer:innen von außen. Also, habt keine Scheu – kommt vorbei: https://www.utopiastadt.eu/termine


Erstveröffentlicht am 13.04.2023 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/in-der-utopiastadt-sind-gaeste-jederzeit-willkommen_aid-88421973