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Leuchtende Seebrücke

Lichterwege am 7. Februar von 18.00-20.00 Uhr

Nach zwei Jahren Ausnahmezustand und der Verlagerung der Lichterwege in den digitalen Raum aufgrund der Corona-Pandemie finden die Lichterwege endlich wieder live im gesamten Stadtteil Ostersbaum statt.
Am 7. Februar 2023 werden über 7.000 Kerzen angezündet und in bunten Gläsern auf vielen Treppen im Ostersbaum nach Entwürfen der Künstlerin Diemut Schilling aufgebaut. Diese einzigartige romantische Lichtinszenierung wird begleitet von vielen Musikern und Chören. In diesem Jahr reicht das Fest zum ersten Mal über die Gathe hinweg bis zum Mirker Bahnhof, wo der Gedenkort für auf der Flucht nach Europa gestorbene Flüchtlinge beleuchtet wird.

Dazu H.-J. Hartmann und R. Schatz von der Seebrücke:

»Im vergangenen Jahr eröffnete die Seebrücke Wuppertal einen Gedenkort für Geflüchtete, die auf ihren Fluchtwegen umgekommen sind. Diese Installation soll ein Ort werden, an dem die Menschen nicht nur gedenken, sondern auch zum Handeln angeregt werden.

Dazu wäre es wichtig, die Fluchtwege zu erleuchten, damit alle sehen können, was auf dem Mittelmeer, in den nordafrikanischen Wüsten und Lagern geschieht. Die Wege zu erleuchten würde es den Flüchtenden erleichtern, ihre Wege ohne Lebensgefahr zu gehen und einen sicheren Ort zu finden.

Schaffen wir mit vielen Lichterwegen sichere Fluchtwege bis in unsere Stadt hinein.«

Zum Abschluss der Lichterwege gibt es um 20:15 Uhr eine Tanzperformance auf dem Platz der Republik mit Tänzer:innen des Folkwang Tanzstudios und weiteren Tänzer:innen und Künstler:innen, choreographisch geleitet von Jan Möllmer und lichtinszeniert von Gregor Eisenmann.


Eine Veranstaltung des Nachbarschaftsheim Wuppertal e.V.: https://www.nachbarschaftsheim-wuppertal.de/07_Stadtteilleben/07_07_01_lichterwege.html

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Coforschung: Mit wem plant die Planung und wer vereint was?

Herzliche Einladung zum Coforschungs-Kolloquium
16.2. von 10:15 bis ca. 12:00 Uhr
https://meet.devtal.de/coforschung.

Am 16.02. wird es zwei Beiträge zu bürgerschaftlichem Engagement in Mittelstädten geben:

Lea Fischer präsentiert Teile ihrer Doktorarbeit »Mit wem plant die Planung? Das Bürger:innenbild der planenden Verwaltung« und Christopher Neuwirth präsentiert die Ergebnisse seiner Masterarbeit »Vereint euch! Eine Untersuchung von Vereinen als Treiber basisdemokratischer Stadtgestaltung am Beispiel der Mittelstadt Detmold«.

Lea Fischer ist Teil des Doktorierendenkollegs »Mittelstadt als Mitmachstadt« und strebt mit ihrer Arbeit an, Verständnisse der Rolle des Bürgers / der Bürgerin in der Stadtentwicklung offenzulegen und zu reflektieren. Dafür führt sie eine qualitative Fallstudie mit Interviews und teilnehmenden Beobachtungen durch und erprobt mit den Verwaltungsmitarbeitenden verschiedene Herangehensweisen an Bürgerbeteiligung in einem Planspiel, das im Sinne der transformativen Forschung konzipiert ist.

Christopher Neuwirth arbeitet am Lehrstuhl für Planungstheorie und Stadtentwicklung an der RWTH Aachen University und hat im Sommer 2022 in seiner Masterarbeit erforscht, ob Vereine die Rolle eines Treibers basisdemokratischer Stadtgestaltung übernehmen können. Anhand einer Datenbankrecherche sowie Interviews und Ortbegehungen hat er die Vereinslandschaft in Detmold untersucht.


Das Coforschungs-Kolloquium findet immer am dritten Donnerstag des Monats statt. Mehr Infos findet Ihr unter Coforschung.

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Lokalzeit packt mit an!

Vorausgesetzt, Ihr stimmt hier für Utopiastadt ab:
https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/ehrenamt-newsletter-wir-packen-mit-an-kampagne-100.html

»Die Lokalzeit sucht ehrenamtliche Projekte, bei denen sie zur Unterstützung mitarbeiten kann! Moderatoren und Moderatorinnen der elf regionalen Lokalzeit-Sendungen kommen für einen Tag zu Ihnen, helfen mit und stellen Ihr Engagement in einem Fernsehbeitrag vor.

Bis Freitagmittag, 13. Januar, hatten wir im Newsletter, auf dieser Seite und in den Lokalzeit-Sendungen gefragt, wo unsere Moderatoren und Moderatorinnen zum Anpacken vorbeikommen sollen. Und das Interesse war gigantisch, mehr als 200 Projekte haben sich bei uns gemeldet. Hinter jedem davon steckt viel Engagement, Einsatz und Hingabe. Wir wissen: Eigentlich hätten es alle verdient, dass die Lokalzeit bei ihnen vorbeischaut.

Das hat es der Redaktion nicht leicht gemacht, eine Vorauswahl der Projekte zu treffen, für die die Newsletter-Abonnenten abstimmen können. Denn kein Ehrenamt ist besser als ein anderes. Deswegen sagen wir an dieser Stelle allen, die sich beworben haben und es nicht ins Voting geschafft haben: Danke und viel Respekt für die tolle Arbeit.

Jetzt anmelden zum Lokalzeit Newsletter Ehrenamt

Die Abstimmung über den Newsletter startet in der Woche ab dem 16. Januar. Am besten also direkt anmelden und Freund:innen, Helfer:innen und anderen ehrenamtlichen Bescheid sagen, damit sie ebenfalls abstimmen können.

Die Abstimmung läuft bis zum 27. Januar.

Am 30. Januar werden die ausgewählten Projekte dann vorgestellt, die entstehenden Beiträge werden Mitte Februar in Ihrer Lokalzeit ausgestrahlt.«

Anmeldung: https://www1.wdr.de/fernsehen/lokalzeit/ehrenamt-newsletter-wir-packen-mit-an-kampagne-100.html

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Utopiastadt bei der Förderbande

»Da gibt es nicht erste oder zweite Klasse, da gibt’s nur ganz vorne!«
(Stefan Ast, Geschäftsführer NRW-Stiftung im Podcast »Förderbande«)

Im Sommer war erst die NRW-Stiftung bei uns zu Gast, und dann waren Amanda und David zu Gast bei der Förderbande. Das ist ein ganz frischer Podcast der NRW-Stiftung und wir waren direkt in der zweiten Folge dabei.

Warum wir überhaupt bei der Förderbande mitmachen dürfen? Nun, die NRW-Stiftung fördert unseren Eigenanteil zur Sanierung des Bahnhofs-Hauptgebäudes mit 200.000,– Euro, was neben der Unterstützung durch die Jackstädt-Stiftung in gleicher Höhe seinerzeit den endgültigen Start für die Sanierungsarbeiten gegeben hat. Dafür einen herzlichen Dank!

Und ebenfalls herzlichen Dank an Marija Bakker für das schöne Gespräch im Sommer. Doch hört selbst:

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UTOPIST*INNEN Jahresabschluss | Fr. 16.12.

JAHRES
ABSCHLUSS
UTOPIA  22         *
      .
+
   *
*             *
    +

Liebe Uto:pias
liebe Unterstützer:innen und Förder:innen,
liebe Freund:innen von Utopiastadt!

Wir laden euch ein, den großen Jahresabschluss live und in Farbe mit uns allen zu feiern. Wir schauen gemeinsam auf eine ereignisreiche Zeit zurück und blicken von jetzt in die Zukunft. 
Wir konnten uns mit viel Kraft und Mut durch die Pandemie behaupten, haben getestet, gewischt, desinfiziert, dokumentiert und kurzer Hand den geplanten Weihnachtsmarkt zur Impfstation umfunktioniert, haben online getagt und alles auf links gedreht. Wirtschaftlich waren die letzten Jahre mehr als anspruchsvoll und wären ohne die viele und sehr unterschiedliche Hilfe nicht zu schaffen gewesen.
Währenddessen nehmen wir das Gebäude auseinander, setzen es mit Liebe wieder zusammen und das während dieser Ort trotz alledem ein Hafen für so viel Projekte und Ideen bleibt. Es ist ein ständiger Spagat zwischen unseren Ressourcen, der Situation in der Baubranche, Fördermechanissmen und viel zu kurzen Tagen. Trotzdem bauen wir auf: Die Sanierung der alten Gepäckabfertigung* steuert auf die offizielle Innutzungnahme zu, das Dach des Hauptgebäudes ist gedämmt und weitestgehend mit der neuen Metalldeckung versehen. Die Fenster, Ort- und Traufgänge, die Bodenleistenschalung aka Stülpschalung werden durch das Ehrenamt mit Beharrlichkeit und Herzblut erneuert. Die historische Treppenanlage konnte die Stadt Wuppertal einweihen und zur Freude vieler Anwohner:innen endlich wieder öffnen. 
Wir hatten Besuch aus der ganzen Welt. Und auch wenn es an der einen oder anderen Stelle eine Mamutaufgabe war, freuen wir uns über den Erfolg des SDE für die Stadt Wuppertal, über neue Nachbarschaft, die sich im Rahmen des LivingLab NRW weiter mit nachhaltigem und energieeffizientem Bauen beschäftigt und über neue Freunde.
Nach dem SDE ist vor der Raumstation. Das Zirkuszelt ist zurück aus seinem Exil in Wermelskirchen und der Spielplatzcontainer hat bei der Alten Feuerwache eine langfristige Bleibe gefunden. Ebenso kehren die USCRS Module langsam auf den Campus zurück und werden deutlichen Zuwachs vor allem für Kinder und Jugendliche bekommen. 
Neben einzelnen kleinen Kultur Interventionen, konnten wir aber auch mit der Gutmenschen Gala von Patrick Salmen in der Stadthalle (2021) oder Martin Kohlstedt in der Immanuelskirche (2022) trotz angeschlagener Kulturlandschaft zwei Highlights für die Szene in Wuppertal beisteuern.
Die beiden Förderprojekte DigIT_Campus und Neue Urbane Produktion blicken auf drei Jahre Arbeit rund um Handwerk, Digitalisierung, Do it yourself together, Manufakturen und ganz praktische Wissensvermittlung am Schleifstein, mit dem Wurmkomposter oder beim Geländescan an der Drohne zurück. Bleiben und beschäftigen werden uns in Zukunft mit Sicherheit vor allem die Ergebnisse und Möglichkeiten aus dem Blaupausenwettbewerb, bei dem selbst Teams aus Wien teilgenommen haben. Ausserdem konnten wir an der Schnittstelle zwischen Stadtmacher:innen, Verwaltung und Wissenschaft auf Bundesebene eine Kooperative ins Leben rufen, die sich für einen intensiveren Austausch auf Augenhöhe genau dieser Akteure einsetzt. Genauso hat auch unser Coforschungsansatz den Sprung auf Bundesebene geschafft.
Besonders schön für die Beteiligten waren dann auch die ein oder andere Anerkennung, vom Sonderpreis der NRW-Stiftung beim Engagementpreis 2021 und die Qualifizierung für den Bundeswettbewerb 2022 über die Anerkennung beim Bundespreis KoopStadt und dem zweiten Platz beim Buchholzer Nachhaltigkeitspreis für das Gemeinwohl-Stipendium bis hin zur Kinofilm-Doku »Homo Communis« und natürlich unsere knapp 40 Kolumnenbeiträge in der WZ, sowie unsere eigene Fibel.

Wir sagen Danke, den vielen Ehrenamtlichen, der Stadt Wuppertal für ihre Unterstützung, den Freund:- und Förder:innen, der Nachbarschaft und den Beschäftigten in und rund um Utopiastadt und laden zum Jahresabschluss 2021/22 nach Utopiastadt ein um das Geschaffte und unsere Zukunft gemeinsam zu feiern. Natürlich nicht ohne interaktive Momente und euer Mitmachen — siehe Programm unten 😉

FR 16.12., 18:00
HUTMACHER UTOPIASTADT

PROGRAMM

18:00 — 0:00 Musik 
DJ-Beiräge aus Utopiastadt — wir wollen deine Musik! Trage dich gerne hier in der DJ-Nuudel Umfrage ein! 

19:00 — 0:00 Bühnenprogramm
Wir stellen Bühne, Mikro und PA. Du willst was los werden, was zeigen, Danke sagen oder mit deiner Querflöte TippenTappenTönchen trillern? Ganz spontan am 16.12. oder melde dich gerne vorher unter info@utopiastadt.eu

früher — heute Zeitstrahl 
Wir schreiben Geschichte! Was hat euch bewegt? Was war wichtig? Was darf im Utopiastadtzeitstrahl nicht fehlen? Bringe gerne 2–3 Ereignisse mit, klebe sie in den vorbereiteten Zeitstrahl und helft so euren Projekten und Themen bei der Sichtbarkeit. Die Ereignisse gerne auf einem DIN A5 Blatt vorbereiten.

18:00 — alles weg ist Mitbringbuffet
Wir bereiten eine große Buffettafel vor, stellen das Drumherum und alle bringen was mit. Für die Übersicht gibt es eine Liste im Utopiastadt Pad

ab 18:00 und auf Rotation Diashow Familienalbum
Jedes Jahr zeigen wir unser Utopiastadt-Familienalbum. Wer also noch sehenswerte Bilder beisteuern möchte, kann diese wie gewohnt an familienalbum@utopiastadt.eu senden — gerne um so früher um so besser 🙂

Wir freuen uns auf eine fulminante Feier mit uns allen gemeinsam. Da hier im Verteiler natürlich nicht alle versammelt sind, sagt es gerne weiter — in den Projekten, bei Freund:- und Förder:innen sowie in der Nachbarschaft. 
Wir sehen uns spätestens am 16.12. und seit euch sicher, ein paar Überraschungen haben wir schon vorbereitet.

Mit besten Grüßen aus Utopiastadt, Beate, Christian und der Vorstand sowie Beisitz des Fördervereins


*oder auch »Güterabfertigung«

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Logbuch

Bitte wenden

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Benedikt Matthes und David J. Becher:

Logbucheintrag 0.37

Seit 2019 stehen drei Car-Sharing Fahrzeuge direkt vor Utopiastadt. Vergangene Woche ist eine Mobilitätsstation an der Wiesenstraße eingeweiht worden. Noch mehr Car-Sharing, zusätzlich Lastenradparkplätze – und eine Bushaltestelle direkt davor.

Doch während sich Car-Sharing und Fahrradinfrastruktur zwar langsam, aber stetig nach vorne entwickeln, scheint der ÖPNV oft auf der Stelle zu treten. 

Und steckt in einem Dilemma: Zu viel Bedarf, zu wenig Ressourcen. Hiesige Lokalmedien berichten überproportional oft über Schwebebahnausfälle. Weniger Busse aufgrund von Personalmangel sind sogar schon strukturell eingearbeitet. Und doch fallen immer wieder auch kurzfristig Fahrten aus oder verschieben sich durch deutliche Verspätungen. Und wenn der Stau auf der Gathe zuverlässiger planbar ist, als eine Busverbindung ins Büro, wird es für den ÖPNV schwierig, in relevantem Maße zur notwenigen Verkehrswende beizutragen.

Kann hier Digitalisierung kurzfristig helfen?

Es gibt eine WSW-App, es gibt einen Twitter-Kanal und sogar Radio Wuppertal berichtet über aktuelle Ausfälle. Doch leider sind die Informationen dort oft nicht so vollständig und nicht so passgenau, dass sie zumindest bei einer spontanen Umplanung helfen.

Von diversen Tagen der offenen Tür bei der WSW wissen wir, wie eng der Wuppertaler ÖPNV inzwischen digital überwacht und begleitet ist. Zwei Systeme lassen genau nachvollziehen, wo sich gerade welcher Bus befindet: Zum einen gibt es im Cockpit eines, welches den Busfahrer*innen erlaubt, auf den Anzeigen innen und außen die korrekten Linien und ihre Haltestellenverläufe anzuzeigen. Dieses System, die »init«, wie sie von den Busfahrer*innen genannt wird, hat einen Uplink in die Leitstelle der WSW, samt Positionsangaben. Zum anderen verfügen die Router, welche in den Bussen (in den Schwebebahnen noch nicht) das WSW-LAN für die Fahrgäste bereitstellen, über einen GPS-Chip, welcher die Standortdaten sekündlich ans Rechenzentrum des Dienstleisters tal.de überträgt. Der wiederum kann diese Daten auf einer Karte darstellen, zu der die WSW Zugang hätten. Die WSW sollten also jeder Zeit wissen können, wo genau welcher Bus unterwegs ist. Nun stellt sich die Frage: Wo ist nun die mangelnde Schnittstelle, diese Daten in Echtzeit an die Fahrgäste zu bringen, die sie unmittelbar benötigen?

Eine Stadt braucht einen verlässlichen Nahverkehr. Und natürlich sind Schwebebahnen und Busse, die wie geplant fahren, am besten. Aber das kann schiefgehen, weder Menschen noch Technik sind perfekt. Also braucht es dazu verlässliche Kommunikation. Auch hier gibt es schon gute Ansätze. Aber das geht noch offener! Im /dev/tal e.V. befassen wir uns schon immer mit offenen Daten und der Kommunikation dazu. Und fragen uns: Wie offen kann die WSW mit ihren Daten umgehen, damit nicht nur in irgendeinem Rechenzentrum das Wissen rattert, wo gerade der nächste Bus ist – sondern jederzeit bei allen Nutzer:innen des ÖPNV? Auf dass die Verkehrswende im Straßen- wie im Datenverkehr zügig voran komme.


Erstveröffentlicht am 08.12.2022 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/suche/utopiastadt+logbuch

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Neuigkeiten

Mo. 28.11. | SOLIDARISCHE MIRKE

Mo. 28.11.22 | 17 Uhr | Insel e.V. im ADA

Das Orgateam Forum:Mirke lädt am 28.11. von 17.00 – 18. 45 Uhr zu einem Treffen der Solidarischen Mirke ein. Insel e.V. im ADA hat uns dafür den Raum im oberen Stock zur Verfügung gestellt. Wir wollen gemeinsam weitere Schritte zu einer Solidarischen Mirke vorbereiten und sehen, welche Angebote kurz- oder längerfristig auf die Beine gestellt werden können.

In unserem Quartier gibt es viele Menschen, die gerade in der jetzigen Zeit mit Inflation und steigenden Energiekosten erhebliche finanzielle Probleme bekommen. Welche Auswirkungen dies auf die Lebenssituation der betroffenen Menschen hat, wurde uns beim letzten Forum eindrücklich geschildert. Wir, das Orgateam sind der Meinung, dass wir diese Situation im Quartier nicht ignorieren dürfen, sondern uns im Sinne einer Solidarischen Mirke für eine Verbesserung einsetzen müssen.

Im Quartier besteht bereits viel Engagement: Hausaufgabenhilfe in der Feuerwache, Lebensmittelausgabe in der Diakoniekirche, Hilfe bei Anträgen und Erläuterung von Amtsbriefen. Das sind nur einige Beispiele.

Darüber hinaus gibt es sicher noch viel weitere Bedarfe im Quartier! Diese wollen wir bei unserem Treffen von Euch/Ihnen erfahren und Möglichkeiten besprechen, wie wir Quartiersbewohnende Angebote aufbauen können, um hier zu unterstützen.

Bei dem Termin werden wir ausloten, welche Angebote hier im Quartier wichtig wären und wer dazu bereit ist, bei diesen Unterstützungen zu helfen. Aber auch schauen, was es schon alles gibt und wie alle davon erfahren können.

Lasst uns gemeinsam überlegen, welche Möglichkeiten wir haben und uns dann für ein solidarisches Zusammenleben einsetzen!

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Logbuch

Ist das Müll oder funktioniert das noch?

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von Konrad Tempe und David J. Becher:

Logbucheintrag 0.36

Was Müll ist, ist relativ. So waren Röhrenfernseher in den 1960er Jahren ein Luxusgut, jetzt gelten sie als veraltetet, wurden entsorgt und gegen Flachbildschirme ausgetauscht. Ein weiterer Aspekt ist Mode: So sind manche Marken zeitweise hip oder angesagt, sobald sie aber als unmodern oder uncool gelten, werden die Markenartikel schnell aussortiert oder entsorgt. Auch kann das Verständnis von Müll abhängig von Einkommen und Vermögen sein. Ist z.B. ein hochwertiges Produkt leicht defekt, dürfte eine Person mit viel Geld dieses schneller wegwerfen. Eine Person mit wenig Geld wäre in derselben Situation vermutlich eher bereit, sich um eine Reparatur zu kümmern. Auch räumlich gibt es Unterschiede im Verständnis von Müll. Zu denken sei etwa an Unterschiede zwischen Staaten oder zwischen ärmeren und reicheren Stadtteilen derselben Stadt.
Letztere kann man oft daran unterscheiden, was als Sperrmüll an die Straße gestellt wird. Somit sagt Müll immer auch etwas über die Gesellschaft aus, die ihn produziert. Und über zwischenmenschliche Verhältnisse: Was manche als Sperrmüll ansehen und entsorgen möchten, ist für andere wertvoll.
Die Herausforderung besteht darin, beide Perspektiven zusammenzuführen. Auch, um Ressourcen zu schonen: Wenn ein bereits hergestellter Gegenstand länger genutzt wird und nicht neu hergestellt werden muss sowie der mit der Entsorgung verbundene Aufwand entfällt, wird eine Menge Material und Energie gespart.

Wie kann eine Weiternutzung von unbenutzten Sachen erfolgen? Bei uns ist die Givebox wieder da, hilfreich sind auch die verschiedenen Bücherschränke in der Stadt. Dort sind die Kapazitäten jedoch begrenzt. Größere Mengen noch brauchbarer Dinge nehmen z.B. Second-Hand-Kaufhäuser an, wie das Brockenhaus oder das Kaufhaus der Kleinen Preise. Auch gibt es Tausch- oder Verkaufsmöglichkeiten wie Kleiderbörsen oder Flohmärkte. 
Nicht mehr benötigte aber noch essbare Lebensmittel können in Foodsharing-‚Fairteiler‘ gelegt werden. Diese öffentlichen Kühlschränke finden sich z.B. im Café Hutmacher oder am Arrenberg. Noch bequemer geht es per Foodsharing.de, dort online angebotene Lebensmittel werden von Interessierten sogar vor Ort abgeholt.
Eigentlich wäre auch der Sperrmüll eine gute Gelegenheit, als ‚Quartierstauschbörse‘ zu dienen. Kaum eine Studi-WG, die nicht mit Sofa, Küchenstühlen oder diversen Regalen vom Sperrmüll ausgestattet ist. Aber auch in gediegeneren Einrichtungen stehen oft originelle Wohnaccessoires, die beinahe in der Müllpresse gelandet wären. Und im Café Hutmacher steht kein Möbel, das nicht zuvor irgendwo anders lange Dienste geleistet und teilweise seinen Weg direkt vom Straßenrand in den Bahnhof gefunden hat.

Dabei gibt es allerdings noch ein entscheidendes Problem: Das Einsammeln und Weiternutzen von Sperrmüll stellt in Wuppertal eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit mindestens 50 Euro geahndet wird. Ordnungsgelder gegen die Weiternutzung wertvoller Dinge – hier besteht dringender Handlungsbedarf, dies zu ändern!


Erstveröffentlicht am 10.11.2022 in der Printausgabe der WZ: https://www.wz.de/nrw/wuppertal/stadtteile/elberfeld/wuppertal-kolumne-ist-das-muell-oder-funktioniert-das-noch_aid-79684821

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Logbuch

Vom Geben

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« regelmäßig eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite.

Diese Kolumne ist von David J. Becher:

Logbucheintrag 0.35

Seit sehr langer Zeit werden wir immer wieder gefragt, wo denn die Givebox geblieben ist: Der Spind, in den Menschen Dinge hinein tun können, die sie nicht mehr brauchen, damit andere diese Dinge mitnehmen und gebrauchen können. Eigentlich eine einfache Sache. Eigentlich … 
Dieses ‚Eigentlich‘, das so viele Anfragen an Utopiastadt durchzieht, hat Erich Kästner einst gut ausgeführt: »Es gibt nichts Gutes, außer, man tut es.« Und jetzt ist Thomas aufgetaucht, der mit einer utopiastadt-kompatiblen Beharrlichkeit so lange nachgehakt hat, was er tun kann, damit eine neue Givebox an den Start kommt, bis er an den richtigen Stellen gelandet ist. Jetzt bereitet er mit weiteren  Utopist:innen alles dafür vor, dass bald wieder eine Givebox an der Trasse steht!

Was mich dazu gebracht hat, mir mal wieder Gedanken über das Geben an sich zu machen. Eine Givebox ist ein guter Ort, um die vorzeitige Verwandlung von Nützlichem zu Abfall zu verhindern. Was aber ist mit der Hingabe von Arbeit, dem Bereitstellen von Räumen, dem Teilen von Wissen? 

In vergangenen Jahren ist mir gelegentlich die Frage gestellt worden, warum meine Arbeit in Utopiastadt nicht bezahlt würde. Mehr noch: Es wurde unterschwellig kritisiert, dass man solche Arbeit unentgeltlich zur Verfügung stellt. Worin ich unter Anderem eine seltsam verschobene Wertschätzung von Arbeit sehe: Wird sie unentgeltlich erledigt, gilt sie rasch als minderbewertet. Geben ohne direkten Gegenwert, also Schenken, ist gerade noch zu konkreten Anlässen vorgesehen, aber damit auch mindestens mit dem Gegenwert konventioneller Konformität belegt. Einfache Hingabe von Zeit, Leistung oder Dingen sorgt hingegen bei genauerer Betrachtung oft für Irritation. Aber wonach bestimmen wir eigentlich den Wert all unserer gesellschaftlichen Leistungen? Warum verdient eine Kindergärtnerin weniger als eine Studienrätin? Noch seltsamer: Warum verdient eine Studienrätin weniger als ein Studienrat? Und um es richtig kompliziert zu machen: Warum verdienen wir überhaupt etwas für unsere Arbeit? Oder umgekehrt: Warum müssen wir erst arbeiten, um etwas zu verdienen? 

Dabei will ich gar nicht auf den schon erfreulich breit diskutierten Ausweg des bedingungslosen Grundeinkommens hinaus. Sondern auf die Frage des bedingungslosen Gebens: Wir leben hier in einer ausgeprägten Überflussgesellschaft. Und ich persönlich habe grundsätzlich mehr als genug zur Verfügung. Das fühlt sich nicht immer unmittelbar so an, aber genau besehen bin ich weit entfernt von jeglichem Mangel.
Also arbeite ich in Utopiastadt mit all den Ressourcen, die mir nebenbei zur Verfügung stehen, an einer besseren Gesellschaft. Einfach so. Mit Hingabe. Im sprichwörtlichen Sinne. Dafür erwarte ich zunächst nichts, Bezahlung schon gar nicht, aber auch nicht Dank, Anerkennung, Sonderstellung, oder gar die in der Apostelgeschichte beschworene Seligkeit. Zunächst. Denn etwas erwarte ich schon – doch auch das nur, insoweit ich da selber Hand anlegen kann:
Eine bessere Gesellschaft.


Erstveröffentlicht am 13.10.2022 in der Printausgabe der WZ:
https://www.wz.de/nrw/wuppertal/stadtteile/elberfeld/kolumne-aus-wuppertal-es-gibt-nichts-gutes-ausser-man-tut-es_aid-78231863

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Let’s talk about it: Transdisziplinarität und Co-Production

Wann: 17. Oktober 2022 │17:00-18:30 Uhr
Wo: Digital

Um eine Anmeldung per E-Mail an Annabell Lamberth (Zentrum Technik und Gesellschaft ) wird gebeten: annabell.lamberth@tu-berlin.de

Informelle Gesprächsreihe zum Austausch für Forschung an den Schnittstellen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft

Die Zusammenarbeit über Institutionen und über die Grenzen der eigenen Disziplin und der Wissenschaft hinweg ist kein selbstverständliches oder einfaches Unterfangen. Um die Herausforderungen besser zu verstehen und sie gezielter adressieren zu können, braucht es Expertise. Immer mehr Forschende sammeln wertvolle Erfahrungen in inter- und transdisziplinären Projekten oder in Kooperationen zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. Dieses Erfahrungswissen über Sonnen- und Schattenseiten neuer Forschungsmodi ist ein wertvolles Gut, das der Community der grenzüberschreitend Forschenden zur Verfügung stehen sollte. Eine fruchtbare Form der Wissensvermittlung sind informelle Gespräche über persönliche Erfahrungen. Deshalb laden wir zum offenen Erfahrungsaustausch ein.

Am 17. Oktober 2022 begrüßen wir Matthias Wanner und Christian Hampe zum Gespräch. Wir möchten mit ihnen über die Frage  »Wie muss transdisziplinäre Forschung gestaltet sein, damit sie auch für die Praxis einen Nutzen hat?« diskutieren. Hintergrund dafür sind die Diskussionen über das Ungleichgewicht der Ressourcen von Wissenschafts- und Praxispartner*innen in transdisziplinären Forschungsprojekten und die »Überforschung« bestimmter Akteur*innen des Wandels.

Matthias Wanner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertal Institut. In dieser Position und zuvor am Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent) war er an verschiedenen transdisziplinären Forschungsprojekten auf der lokalen Ebene beteiligt, u. a. Wohlstands-Transformation Wuppertal. Seine Forschungsschwerpunkte sind die transformative und transdisziplinäre Forschung in Reallaboren, Bottom-Up-Ansätze zur gesellschaftlichen Transformation sowie die psychologischen Dimensionen der Transformation.

Christian Hampe ist Geschäftsführer der Utopiastadt gGmbH und dort neben Strategie, Flächenentwicklung und Gastronomie auch für die Co-Forschung verantwortlich. Utopiastadt ist ein Bahnhofsgebäude samt umliegendem Gelände, die als zentrale Anlaufstelle für kreativen und transformativen Stadtentwicklung für Zivilgesellschaft, Kultur- und Kreativwirtschaft dient – ein Stadtlabor für Utopien. Die Co-Forschungsgruppe versammelt in offener Runde Studierende und Lehrende verschiedener Fachbereiche und Abschlussgrade mit Praxisakteuren aus der Utopiastadt-Umgebung. Themen, Fragen und Probleme aus dem Quartier werden mit wissenschaftlichen Fragestellungen und Methoden verknüpft, aus denen konkrete Forschungsprojekte entstehen.

Beide gemeinsam haben in den letzten Jahren verschiedene Erfahrungen in transdisziplinären Forschungsprojekten zur Nachhaltigkeitstransformation in Wuppertal gemacht. Im aktuellen Projekt TriaLern erforschen und erproben sie geeignete Räume und Formate einer wirkungsvollen Kooperation auf Augenhöhe zwischen Akteuren der Verwaltung (v.a. Stadtentwicklung und Planung), der transformativen Forschung und zivilgesellschaftlichen Stadtmacher*innen.

Programm

17:00 Uhr – Gespräch mit Matthias Wanner und Christian Hampe über die Bedingungen von transdisziplinärer Forschung auf echter Augenhöhe zwischen Wissenschaft und Praxis

17:45 Uhr – Digitales Anstoßen auf die Transdisziplinarität und die Co-Produktion: Möglichkeit des informellen Kennenlernens und Austausches

Um eine Anmeldung per E-Mail an Annabell Lamberth (ZTG) wird gebeten: annabell.lamberth@tu-berlin.de

Organisation 

Das Netzwerkgespräch Let’s talk about it: Transdisziplinarität und Co-Production wird in Kooperation des ZTG – Zentrum Technik und Gesellschaft (TU Berlin), der tdAcademy und der Stabstelle Science and Society des Präsidiums der TU Berlin organisiert.

https://td-academy.org/events/let-s-talk-about-it-transdisziplinaritaet-und-co-production-3/